AI CONNECT

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AI Talk 
Interview

"KI bei Price Hubble"

Interview mit  Founder & CEO von Price Hubble Dr. Heitmann.


AIAG: Herr Dr. Heitmann, PriceHubble ist längst ein etablierter Player im Markt. Welche Rolle spielt KI heute bei Ihnen?


Dr. Heitmann: KI ist für uns inzwischen ein fester Bestandteil unserer Produktlösungen und nicht mehr wegzudenken. Das gilt insbesondere seit Anfang 2025 noch einmal deutlich intensiver. Wichtig ist dabei: Wir sprechen nicht nur über interne Effizienz oder einzelne KI-Funktionen, sondern über kundenseitige Anwendungslösungen, in denen KI integraler Bestandteil unserer  Produkte geworden ist.


AIAG: Was ist der Kern dessen, was PriceHubble heute anbietet?


Dr. Heitmann: Wir arbeiten an weit entwickelte, semi- und vollautonome KI Workflow-Lösungen für die Bank-, Finanz- und Immobilienbranche. Diese Lösungen spannen im Grunde den gesamten Lebenszyklus der Immobilie auf – von der ersten Phase, in der sich jemand mit Wohnen oder Eigentum beschäftigt, über Kauf und Finanzierung bis hin zur Nutzung, Kapitalanlage, Weitergabe oder Vererbung. Unser Ziel ist es, unsere Kunden dabei zu unterstützen, diese Reise mit ihren Endkunden erfolgreicher zu gestalten.


AIAG: Das heißt: PriceHubble ist deutlich mehr als ein Bewertungstool?


Dr. Heitmann: Genau. Eine Bewertung ist nur ein möglicher Baustein. Im Kern geht es uns darum, Kunden über Workflows zu unterstützen. Diese Workflows können als einzelne Teilabschnitte eingesetzt oder als zusammenhängende Lösung über längere Prozessketten hinweg genutzt werden. Am Ende helfen wir unseren Kunden dabei, mehr Kunden zu gewinnen, bestehende Kunden besser zu begleiten, sie individueller zu beraten und zusätzliche vertriebliche Potenziale zu erschließen.


AIAG: Warum ist KI in diesem Kontext so relevant?


Dr. Heitmann: Weil wir in der Immobilienwirtschaft nicht über einen kurzen Vorgang sprechen, sondern über lange Zeiträume – oft über Jahre oder sogar Jahrzehnte. Genau dort stößt rein menschliche Betreuung an ökonomische Grenzen. Kein Unternehmen kann beliebig viele Menschen beschäftigen, um über so lange Zeiträume kontinuierlich mit Kunden in engem Kontakt zu bleiben. Deshalb erleben Kunden ihre Bank oder andere professionelle Akteure oft nur in punktuellen Transaktionsmomenten. Unser Anspruch ist es, aus diesen punktuellen Kontakten eine echte, kontinuierliche Begleitung zu machen – mit der Immobilie als Ankerpunkt. KI ist dafür ein wesentlicher Enabler.


AIAG: Im Gespräch fiel auch das Stichwort AI Agents. Welche Rolle spielen diese Systeme bei Ihnen?


Dr. Heitmann: Eine sehr konkrete. Wir haben Agentensysteme inzwischen mit unseren Produkt- und Bewertungssystemen in integrierten Lösungen kombiniert. Dazu gehören etwa Onboarding Agents, Information Agents oder Underwriting Agents für transaktionsnahe Phasen. Hinzu kommen agentische Systeme, die mit anderen KI Agenten, zB in CRM Systemen digitalen Umfeldern kommunizieren. KI ist damit nicht mehr nur Analyse im Hintergrund, sondern ein integraler Teil der Produkt- und Kundenschnittstelle geworden.


AIAG: Was leisten diese AI Agents ganz praktisch?


Dr. Heitmann: Sie helfen professionellen Nutzern ebenso wie Endkunden dabei, Datenpunkte besser zu verstehen, zu kalibrieren und zu interpretieren. Sie unterstützen beim Onboarding, bei Informationsprozessen und in Entscheidungsphasen. Gleichzeitig ermöglichen sie eine viel individuellere und skalierbarere Kundenbegleitung. Gerade in einer Branche mit langen Zyklen und grossen Kundenmengen ist das ein enormer Vorteil, weil dadurch Kundennähe entsteht, die rein personell so kaum nicht darstellbar wäre.


AIAG: Es geht bei Ihnen also stark um Daten. Was macht bei der Bewertungsgenauigkeit den größten Unterschied?


Dr. Heitmann: Zunächst muss man sagen: Jeder Immobilienmarkt, erst recht der wohnwirtschaftliche, ist lokal, und deshalb braucht jedes brauchen wir in jedem Land, in dem wir tätig sind, seine eigene Datenbasis. Datenbearbeitung, -reinigung, maschinelle Methoden zur Datenanalyse, lassen sich hingegen übertragen, Datenpunkte nicht ohne Weiteres. Die Qualität und Verfügbarkeit dieser Daten unterscheiden sich von Land zu Land stark. Deutschland ist dabei leider ein Markt mit vergleichsweise unbefriedigender Datenverfügbarkeit. Das betrifft die Arbeit aller Marktteilnehmer gleichermaßen. KI hilft uns jedoch dabei, Datenlücken zu schließen, Bilderkennung einzusetzen und bestimmte Umgebungsfaktoren oder objektspezifische Merkmale besser zu erfassen.


AIAG: Können Sie Beispiele nennen?


Dr. Heitmann: Ja, etwa Bilderkennung, Umgebungsfaktoren oder bestimmte objektrelevante Merkmale wie Dachneigungen oder Lagefaktoren, zum Beispiel die Nähe zu Wasser. Solche Aspekte können für Risiko, Lagequalität und Bewertung relevant sein. In all diesen Bereichen wird KI für uns intern immer wichtiger.


AIAG: Sie sind in mehreren Ländern aktiv. Wo sehen Sie die größten Unterschiede?


Dr. Heitmann: Die Unterschiede liegen nicht nur in den Daten, sondern auch in der Offenheit der Märkte. Die USA sind in vielerlei Hinsicht schneller und offener im Umgang mit agentischen Systemen und KI-gestützter Kundeninteraktion. Dort ist vieles schon stärker im Alltag angekommen. In Europa sehen wir ebenfalls viel Bewegung, aber natürlich unter anderen regulatorischen und kulturellen Voraussetzungen. Die Technologie ist also nicht allein die Grenze – entscheidend sind auch Marktakzeptanz, Konsumentenschutz und regulatorische Rahmenbedingungen.


AIAG: Verändert das bereits die tägliche Arbeit von Banken und Immobilienunternehmen?


Dr. Heitmann: Ja, eindeutig. Wer sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt, unterschätzt aus meiner Sicht die transformative und disruptive Kraft dieser Technologie. Gerade in der Immobilien-, Banken- und Versicherungsindustrie wird das nicht mehr wegzudenken sein. Wir werden erhebliche Veränderungen in Berufsbildern und Branchenpraktiken sehen – deutlich schneller und radikaler, als viele das aus der Vergangenheit kennen.


AIAG: Wird es den klassischen Immobiliengutachter in fünf Jahren noch geben?


Dr. Heitmann: In Deutschland ja, auch weil viele Rollen in normative und regulatorische Kontexte eingebettet sind, die sich nicht von heute auf morgen ändern. Aber die Frage stellt sich schon heute sehr konkret: Wie ergänzen Gutachterhäuser ihre klassische physische Expertise um digitale und KI-gestützte Fähigkeiten? Wir sehen in anderen Märkten bereits, dass genau daran intensiv gearbeitet wird. Es geht also nicht nur um Verdrängung, sondern auch um Erweiterung und Neupositionierung.


AIAG: Was ist Ihre Vision für PriceHubble?

Dr. Heitmann: In der globalen Führerschaft von kundenzentrierten "KI-first" Workflowlösungen in der Finanzindustrie. Die größte Chance liegt für uns darin, die heute oft sehr transaktionale Beziehung zwischen professionellen Anbietern und ihren Endkunden in eine viel intensivere, echte Beziehung zu überführen. Viele Berater betreuen heute Hunderte oder sogar Tausende Kunden. Unter diesen Bedingungen ist echte Nähe kaum möglich. Mit KI und skalierbaren, lernenden Technologien kann diese Beziehung deutlich besser, kontinuierlicher und individueller werden. Das schafft mehr Transparenz, mehr Beratungsqualität und mehr Kundennähe – sowohl für Kunden als auch für Berater. In dieser Zukunft wollen wir eine große Rolle spielen.


AIAG: Besonders spannend für die AIAG sind Projektentwickler. Welche Chancen sehen Sie dort?


Dr. Heitmann: Große Chancen. Heute endet die Beziehung zwischen Projektentwickler und Käufer oder Mieter oft sehr früh – häufig praktisch mit Blumenstrauß und Schlüsselübergabe. Aus meiner Sicht ist das zu wenig. Warum sollte man dem Kunden nicht zusätzlich ein digitales Asset rund um seine Immobilie mitgeben? Also eine digitale Begleitung, die hilft, die Immobilie besser zu verstehen, Entwicklungen zu erkennen und relevante Hinweise zu geben – etwa zum Wert, zum Umfeld oder zu persönlichen Veränderungen, die später eine andere Immobilie sinnvoll machen könnten. Warum schaffen Projektentwickler neben physischen Werken nicht auch eine digitale Loyalität und Nähe zu ihren Kunden? Genau darin liegt für Projektentwickler ein großes Potenzial: nachhaltige Beziehungspflege statt rein punktueller, manueller Übergabe.


AIAG: Was bedeutet das strategisch für die Branche?


Dr. Heitmann: Dass Immobilienunternehmen, Banken und Projektentwickler ihre Beziehung zum Kunden neu denken müssen. KI und AI Agents ermöglichen erstmals eine fortlaufende, kundenindividuelle und wirtschaftlich skalierbare Begleitung über lange Zeiträume hinweg. Wer diese Chance sinnvoll nutzt, kann neue Qualität in Beratung, Service und Kundenbindung für Kunden schaffen und sich den Weg zu enormen finanziellen Mehrwerten ebnen .


AI TALK

Online Round Tables

Online Round Tables

In einer lockeren  Runde diskutieren Start-ups,

Unternehmen und Forschungseinrichtungen aktuelle Themen

rund um KI, Robotik und Digitalisierung im Bauwesen.


"Bots und Beton", Robotik auf Baustellen Teil 1

Präsentationen: Sitegeist, TU Dresden, Baubot

Teilnehmende Firmen und Universitäten: 

• Dr. Lena-Marie Pätzmann/ Sitegeist (Betonreinigungsroboter)

• Magdalena Kailbauer/ Baubot (Bohr-Robotik)

• Ing. Gunnar Godawa/ Hochtief 

• Dr. Manuel Bös/ Liebherr

• Prof. Dr. Ing. Frank Will/ TU Dresden Lehrstuhl Baumaschinen

Dr. Christian Richter/ TU Dresden Lehrstuhl Baumaschinen

• Georg Nischalke-Fehn/ IFA Institut für Arbeitsschutz


"Bots und Beton", Robotik auf Baustellen Teil 2

Themen: Robotik und Arbeitsschutz, Sicherheit, Orientierung, Autonomie, etc.

Teilnehmende Firmen und Universitäten: 

• Dr. Lena-Marie Pätzmann/ Sitegeist (Betonreinigungsroboter)

• Magdalena Kailbauer/ Baubot (Bohr-Robotik)

• Ing. Gunnar Godawa/ Hochtief 

• Dr. Manuel Bös/ Liebherr

• Prof. Dr. Ing. Frank Will/ TU Dresden Lehrstuhl Baumaschinen

Dr. Christian Richter/ TU Dresden Lehrstuhl Baumaschinen

• Georg Nischalke-Fehn/ IFA Institut für Arbeitsschutz


"Bauen mit Bits", KI in der Planung

„Bauen mit Bits“- Wenn Bauprojekte mitdenken


Gäste: 

• Oliver Bach/ Projektentwickler P+B GmbH & Co. KG

• Dr. Markus Schweers/ Start Up BAU.AI (KI-Baumanagement) 

• Yannik Schwarz/ Start Up Pelicad (Rendering mit KI)

• Prof. Dr.-Ing. Kraus/ ZM-I KI GmbH


Drei Fragen an: