AI CONNECT

Unser digitales Netzwerk. 

Hier treffen sich Bauindustrie, Technologie und Forschung, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

AI TALK

Interviews und Online Round Tables

Online Round Tables

In einer lockeren  Runde diskutieren Start-ups,

Unternehmen und Forschungseinrichtungen aktuelle Themen

rund um KI, Robotik und Digitalisierung im Bauwesen.


"Bots und Beton", Robotik auf Baustellen Teil 1

Präsentationen: Sitegeist, TU Dresden, Baubot

Teilnehmende Firmen und Universitäten: 

• Dr. Lena-Marie Pätzmann/ Sitegeist (Betonreinigungsroboter)

• Magdalena Kailbauer/ Baubot (Bohr-Robotik)

• Ing. Gunnar Godawa/ Hochtief 

• Dr. Manuel Bös/ Liebherr

• Prof. Dr. Ing. Frank Will/ TU Dresden Lehrstuhl Baumaschinen

Dr. Christian Richter/ TU Dresden Lehrstuhl Baumaschinen

• Georg Nischalke-Fehn/ IFA Institut für Arbeitsschutz


"Bots und Beton", Robotik auf Baustellen Teil 2

Themen: Robotik und Arbeitsschutz, Sicherheit, Orientierung, Autonomie, etc.

Teilnehmende Firmen und Universitäten: 

• Dr. Lena-Marie Pätzmann/ Sitegeist (Betonreinigungsroboter)

• Magdalena Kailbauer/ Baubot (Bohr-Robotik)

• Ing. Gunnar Godawa/ Hochtief 

• Dr. Manuel Bös/ Liebherr

• Prof. Dr. Ing. Frank Will/ TU Dresden Lehrstuhl Baumaschinen

Dr. Christian Richter/ TU Dresden Lehrstuhl Baumaschinen

• Georg Nischalke-Fehn/ IFA Institut für Arbeitsschutz


"Bauen mit Bits", KI in der Planung

„Bauen mit Bits“- Wenn Bauprojekte mitdenken


Gäste: 

• Oliver Bach/ Projektentwickler P+B GmbH & Co. KG

• Dr. Markus Schweers/ Start Up BAU.AI (KI-Baumanagement) 

• Yannik Schwarz/ Start Up Pelicad (Rendering mit KI)

• Prof. Dr.-Ing. Kraus/ ZM-I KI GmbH


AI Talk 
Interview "Kunden, KI und Chatbots"

Zeppelin Rental gilt als innovativer  Player im Bereich der Vermiet- und Baulogistikdienstleistungen. Besonders spannend: Wie KI Mietprozesse,  Service und  die Kundenbeziehung verändert. Wir freuen uns sehr, heute mit Benjamin Höck zu sprechen – er  verantwortet bei Zeppelin Rental den Bereich Digital Business und Partnering.  

Geführt in der Rubrik „AI Talk“ der AI Architecture Group 

  

AIAG: Herr Höck,  verändert KI heute schon das  Zeppelin Rental Geschäft? 


Benjamin Höck: Ja. Generell verfolgen wir mit dem Einsatz von KI die Optimierung und Automatisierung von Prozessen, um den Mehrwert für unsere Kunden zu steigern und die Kundenerfahrung zu verbessern. Dabei arbeiten wir in Richtung Kunde und Markt aktuell an zwei Bereichen. Erstens möchten wir die Kundenerfahrung auf unserer Website weiter optimieren – dafür setzen wir bewusst auf einen KI-basierten Chatbot. Wir bedienen uns dabei einer bestehenden marktfähigen Lösung, um die Einführung zu beschleunigen. Zweitens entwickeln wir einen Voice-Bot für unsere zentrale Rufnummer. Kunden wollen uns 24/7 erreichen. Der Voice-Bot soll Routineaufgaben übernehmen wie beispielsweise Mietanfragen, Freimeldungen von Maschinen und Geräten oder einfache Statusabfragen. Dabei erfolgt eine Identifikation des Anrufenden, um die Anfrage sofort richtig zuordnen zu können. Unser Ziel ist ein schneller, zuverlässiger und konsistenter Service. 

  

AIAG: Wie sieht der Zeitplan aus? Welche Lösung geht zuerst live? 

 

Höck: Der Website-Chatbot ist in der Entwicklung, der Voice-Bot in der Pilotierung. Wir planen den Rollout in den nächsten Wochen. Im Nachgang folgt auch der Chat-Bot.  

  

AIAG: Kommen wir zur Technik der Maschinen selbst. Welche Rolle spielt KI hier? 


Höck: Zeppelin ist seit 75 Jahren Partner des Herstellers Caterpillar; Zeppelin Rental gehört zum Netzwerk „The Cat Rental Store“. Wir sind daher eng an die OEM-Entwicklung angebunden und profitieren von ihr. „Predictive Maintenance“ funktioniert bereits KI-gestützt: Sensorik und Telemetrie erkennen Muster, prognostizieren Servicefenster oder Tankzyklen und melden Anomalien. Zukünftig werden KI-Agenten automatisiert handeln – zum Beispiel Ersatzteile bestellen, Serviceteams einplanen oder Zeitfenster für die Wartung reservieren, bevor eine Warnlampe überhaupt aufleuchtet. Dies reduziert Stillstandzeiten, erhöht die Verfügbarkeit und steigert den Kundennutzen. 

  

AIAG: Sie haben die Entwicklung von „Smart Machines“ hin zu „Smart Construction Sites“ erwähnt. Was bedeutet das? 


Höck: In der Vergangenheit stand die einzelne Maschine, das einzelne Gerät im Fokus. Heute betrachten wir die gesamte Baustelle als System. Mit unseren Dienstleistungen in der Baulogistik begleiten wir Projekte von der Planung über BIM-Modelle bis zur Ausführung: Wir übernehmen die Versorgung der Baustelle mit Baustrom und -wasser, die Unterbringung der Gewerke, die Verkehrsführung auf dem Baufeld, die Versorgungs- und Entsorgungslogistik, die Disposition von Lade- und vertikalen Transporthilfen. Dabei werden auch Daten generiert. Wenn wir diese Daten standardisieren und über alle Phasen hinweg nutzen, entstehen große Effizienz- und Nachhaltigkeitspotenziale. Allerdings ist es ein langer Weg, den die Bauindustrie und alle beteiligten Akteure gemeinsam gehen müssen. 

  

AIAG: Wer muss dafür eingebunden werden? 

Höck: Alle Akteure auf der Baustelle. Es reicht nicht, wenn ein Generalunternehmer digital arbeitet. Subunternehmer, Logistik, Vermieter, Lieferanten – alle müssen Daten einstellen und nutzen können. Die entscheidende Frage lautet: Was wäre, wenn alle Daten einer Baustelle – von der Planung bis zum Betrieb – zugänglich wären? Erst dann können KI-gestützte Prozesse wirklich automatisieren, nicht nur dokumentieren. 

  

AIAG: Die Baubranche gilt als eher langsamer bei Neuerungen. Erleben Sie das auch so? 


Höck: Studien sehen die Branche tatsächlich eher im hinteren Feld, was die Digitalisierung betrifft. Dies hat allerdings Gründe: Baustellen unterscheiden sich stark – mal sind sie in Innenstädten, mal in einer Hafenlage oder in ländlichen Gegenden angesiedelt. Entsprechend differieren auch Faktoren wie Infrastruktur, Energiezugang und Logistik und es sind verschiedene Akteure am Werk: Behörden, Bauunternehmen und Dienstleister. Es gibt in der Bauindustrie Vorreiter und Spätstarter, aber niemand ignoriert das Thema mehr. Entscheidend ist, dass Datenstandards geschaffen werden, damit sich Digitalisierung über alle Beteiligten hinweg rechnet. 

  

AIAG: Welche externen Initiativen prägen Ihre Entwicklung? 


Höck: KI und mit ihr die digitale Transformation verändern die Weltwirtschaft in einer unvorstellbaren Geschwindigkeit – dabei sind alle Industrien und Gesellschaften betroffen. Auch die Bauindustrie und deren beteiligte Akteure.  

Auf Systemebene ist Construct-X spannend – ein gemeinsames Forschungs- und Entwicklungsprojekt von insgesamt 34 Partnern aus dem Handwerk, der Bauindustrie, der Softwarebranche sowie Forschungs- und Entwicklungsinstituten und Verbänden. Im Fokus steht der Aufbau eines offenen, föderierten Bau-Datenraums nach Gaia-X-Prinzipien, der alle Projektbeteiligten – vom Baustoffhersteller bis zum Bauherrn – sicher, souverän und in Echtzeit verbindet. Dabei engagieren wir uns aktiv, um als Baudienstleister unser Know-how, unsere Perspektive und auch Daten einzubringen. Wir begleiten zudem Panels und Vorträge wie beispielsweise bei der BIM World in München, um Impulse für die Branche zu setzen. 

 

  

AIAG: Sind Pilotprojekte mit Start-ups oder Forschungseinrichtungen für Zeppelin Rental interessant? 

Höck: Sehr. Wir sind auf einem Großteil der deutschen Baustellen präsent und daher ein idealer Partner für praktische Testfelder. Wir haben bereits mehrere Start-ups begleitet, die in dieser Zusammenarbeit marktreif geworden sind – etwa im Bereich intelligenter Verkehrssicherungssysteme oder in der Digitalisierung, Überwachung und Optimierung von Baustellen mittels Sensor- und KI-basierten Hardware- und Softwarelösungen. 

Unser Innovationsbereich freut sich über Forschungskontakte und Pilotanfragen. 

  

AIAG: Und wie reagieren Ihre Kunden auf KI – insbesondere auf Voice-Bots? 

Höck: Wir messen das transparent: Zufriedenheitsabfragen, Abbruchquoten, Erfolgsraten je Intent. Die KI ersetzt nicht den Menschen, sie unterstützt – besonders zu Stoßzeiten. 

Wichtig ist, dass der Kunde zu jeder Uhrzeit eine ruhige, klare und zuverlässige Antwort erhält. Wenn etwas komplex wird, landet der Fall im Zweifel bei einem Mitarbeitenden. Wir alle kennen diese Prozesse bereits aus unserem Privatleben – am Ende entscheidet der Kunde, welche Form der Betreuung er wählt. Persönlich vor Ort, telefonisch, per E-Mail, über ein Einkaufssystem oder über einen KI-gestützten Agenten. 

  

AIAG: Was wird sich für Bauunternehmen kurzfristig am stärksten verändern? 


Höck: Die Schnittstellen: Mietanfragen, Abmeldungen, Serviceprozesse – alles wird schneller, strukturierter und vorausschauender. Mittelfristig: „Predictive Maintenance“, verknüpft mit Logistik und Bauabläufen. Langfristig: die durchgängig digitalisierte, standardisierte „Smart Construction Site“, von der Planung bis in den Betrieb hinein auf Basis eine digitalen Zwillings, welcher die Möglichkeit bietet, KI-Ressourcen, Lieferungen, Maschinen und Personal intelligent zu orchestrieren. 

  

Interview redaktionell gekürzt und für die Veröffentlichung aufbereitet.



Drei Fragen an:

AI News

Themen, rund um KI und die Baubranche.

Bevor der Bagger streikt , warnt die KI

Stillstand kostet Geld. Baumaschinenhersteller setzen deshalb auf künstliche Intelligenz, die Defekte vorhersagt – bevor sie entstehen.


Einen stummen Bagger auf der Baustelle kann sich kein Bauleiter leisten. Wenn eine Baumaschine unvermittelt ausfällt, gehen nicht nur Zeit und Geld verloren – im schlimmsten Fall drohen Vertragsstrafen. Um solche Ausfälle zu verhindern, setzen Hersteller wie Caterpillar, Komatsu und Liebherr auf KI-gestützte Predictive Maintenance.

Das Prinzip: Künstliche Intelligenz analysiert kontinuierlich Betriebsdaten der Maschinen. Wartungshistorien, Inspektionsberichte, Ölproben – alles fließt in die Berechnung ein. Algorithmen erkennen Muster, die auf Verschleiß hindeuten, lange bevor ein Bauteil versagt. Ersatzteile können rechtzeitig bestellt, Reparaturen geplant werden. Der Bagger steht nicht still, die Baustelle läuft weiter.

Zigtausende Maschinen bereits vernetzt

Die Grundlage bildet Konnektivität: Moderne Baumaschinen übermitteln permanent Telemetriedaten – Betriebsstunden, Temperaturen, Druckwerte, Vibrationen. Allein bei Caterpillar sind rund 50.000 Geräte online. Diese Datenflut sortieren und interpretieren lernende Algorithmen in Echtzeit.

Bei Komatsu etwa erfassen Sensoren an Hydraulikbaggern laufend Druck-, Temperatur- und Vibrationsdaten. KI-Modelle identifizieren Abnutzungsanzeichen, noch bevor ein Defekt auftritt. Liebherr verfolgt denselben Ansatz: Ingenieure werten Betriebsdaten aus Bagger-Getrieben aus, um Wartungsintervalle proaktiv anzupassen. Das Ergebnis: höhere Verfügbarkeit, niedrigere Betriebskosten.

Tech-Riesen als Partner

Um ihre Systeme weiterzuentwickeln, kooperieren die Hersteller mit Tech-Konzernen. Caterpillar nutzt Nvidias „Omniverse"-Plattform, um digitale Zwillinge seiner Fabriken und Lieferketten zu erstellen – inklusive vorausschauender Wartungsplanung. Andere arbeiten mit IT-Firmen an KI-Services, die Baumaschinen noch zuverlässiger machen sollen.

Die Einführung ist allerdings komplex: Bestandsmaschinen müssen nachgerüstet, Sensoren kalibriert werden. Die enormen Datenmengen erfordern leistungsfähige Cloud-Infrastruktur. Die anfänglichen Kosten schrecken manchen Betreiber ab – doch rechnen sich die Investitionen schnell durch weniger Pannen und Ausfälle.

Fachkräftemangel treibt Digitalisierung

Angesichts des Fachkräftemangels sind solche Systeme zudem eine willkommene Entlastung. Statt auf Erfahrung und Bauchgefühl zu vertrauen, liefert die KI datenbasierte Wartungsempfehlungen. Die Branche erkennt: Digitale Prävention ist günstiger als analoge Reparatur. Und der beste Ausfall ist der, der nie eintritt.